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Um 1910 wurde in der Prenzlauer Allee Nr. 6 am Ufer des Templiner Stadtsees das Hotel-Restaurant „Seebad" mit Kursaal eröffnet. Kunst und Kultur haben eine gewachsene Tradition an diesem Ort. Seit der Eröffnung wurden hier bis in die Zeit des 2. Weltkrieges Tanz- und Unterhaltsveranstaltungen aber auch Theater- und Literaturabende von den wechselnden privaten Betreibern des Hotel-Restaurants veranstaltet. 1913 wurden die Union-Lichtspiele im Hause eröffnet, so konnte das MKC 2013 100 Jahre Kino am Standort Prenzlauer Allee 6 feiern. Während der Kriegszeit wurde der ehemalige Vergnügungstempel Templins zum Kriegsgefangenenlager umfunktioniert. Beim einzigen Bombenangriff auf Templin 1943 wurde ein Teil des Hauses zerstört, auch Kriegsgefangene kamen dabei ums Leben.

foto seebad
Nach dem 2. Weltkrieg wurde der verbliebende Teil des Haus zunächst zu einem privaten Kino umgebaut und seit Anfang der 60er Jahre als Staatliches Filmtheater mit Gastspielbetrieb weitergeführt. Nach der Wende fiel das Haus an die Treuhand und sollte verkauft werden. Durch eine Bürgerinitiative wurde jedoch erwirkt, es für öffentliche Belange zu bewahren. Die nachfolgende Sanierung wurde vom Land Brandenburg gefördert und erst jetzt die im Krieg verloren gegangene Bausubstanz ergänzt. Der neue Glasanbau symbolisiert gleichsam die Öffnung und Demokratisierung des Kulturbetriebes an diesem Ort. Seit der Neueröffnung 1993 hat das Kulturzentrum, das von der Stadt Templin bezuschusst wird, eine eigenständige künstlerische Leitung und erwarb sich in den Folgejahren durch sein innovatives und für eine Kleinstadt wie Templin bemerkenswertes Programm einen guten Ruf weit über die Grenzen der Uckermark hinaus.